Ein Ort, der nicht auf Karten steht.
Manche nennen ihn einen Planeten.
Andere sagen: es ist ein Spiel.
Vielleicht ist es beides
ist nicht fern.
Es lebt, sobald du es betrittst.
Ein erster Funke.
Ein Samen.
Eine Wurzel.
Ein Trieb.
Eine Blüte.
Hier entfaltet sich die Reise –
nicht mit Druck,
nicht mit Zielen,
sondern Weg für Weg.
Kein Beginn.
Kein Ende.
Nur: hier.
Du bist nicht unterwegs.
Du bist nicht zu spät.
Du bist nicht zu früh.
Du bist da.
So, wie du bist.
Kein Auftrag.
Keine Aufgabe.
Kein Ziel, das dich drängt.
Nur ein stilles Erkennen:
Du bist angekommen.
Und während du atmest,
löst sich etwas.
Nicht die Welt.
Nur das Rennen.
Nur das Müssen.
Stille wird nicht gemacht.
Sie ist.
Jetzt.
Und in ihr –
beginnt etwas zu leuchten.
Noch ohne Richtung.
Noch ohne Name.
Doch unübersehbar.
Ein Ankommen,
das zugleich ein Öffnen ist.
Nicht weil du musst.
Sondern weil du darfst.
Er ruft nicht laut.
Er drängt sich nicht auf.
Er wartet.
Nicht außerhalb –
sondern in dir.
Ein Ruf,
den du vielleicht schon oft überhört hast,
weil er nicht klang wie Erfolg.
Weil er nicht leuchtete wie Applaus.
Weil er nicht belohnt wurde.
Aber nun…
hörst du ihn doch.
Nicht als Stimme.
Nicht als Gedanke.
Sondern als etwas
unausweichlich Wahres.
Ein leiser Impuls,
tiefer als Motivation.
Reiner als Wunsch.
Freier als Pflicht.
Er sagt nicht:
„Geh!“
Er sagt:
„Du darfst.“
Er fragt nicht:
„Bist du gut genug?“
Er fragt:
„Bist du bereit?“
Und du spürst –
dieser Ruf
ist kein Auftrag.
Keine Aufgabe.
Es ist
eine Erinnerung.
An dich.
Ich weiß nicht,
ob ich ihn gepflanzt habe –
oder ob er schon da war.
Vielleicht war es nie ein Entschluss.
Vielleicht war es nur… ein Moment.
Ein Zittern.
Ein erstes leises Ja.
Noch ist nichts zu sehen.
Nur Dunkelheit.
Ein warmer, tiefer Ort.
Ungeboren.
Unentschieden.
Doch nicht leer.
In mir ruht eine Ahnung.
Kein Ziel. Kein Plan.
Nur dieses Gefühl:
Da will etwas leben.
Ich muss nichts tun.
Ich bin einfach da.
Und das genügt.
Ich strecke mich nicht nach oben.
Noch nicht.
Ich sinke.
Tiefer.
In das, was mich trägt,
bevor ich überhaupt weiß,
wer ich bin.
Kein Licht hier unten.
Nur Erde.
Feucht, dicht, lebendig.
Und ich beginne zu spüren,
dass sie mich nicht festhält –
sondern trägt.
Weil ich sie lasse.
Ich bilde kein Bild.
Ich greife nicht nach Bedeutung.
Ich wachse
ohne Richtung.
Noch.
Was mich hält,
kann ich nicht sehen.
Aber ich spüre:
Es ist da.
Und es lässt mich sein.
Etwas in mir weiß,
dass da oben
etwas wartet.
Ich sehe es nicht.
Ich höre es nicht.
Aber ich spüre
diesen feinen Zug –
als würde das Licht
mich bereits berühren,
bevor ich es finde.
Ich strecke mich.
Nicht aus Willen.
Sondern weil ich nicht anders kann.
Es ist kein Entschluss –
es ist ein Ruf.
Ich durchstoße die Oberfläche
nicht aus Kraft,
sondern aus Hingabe.
Ich bin noch zart.
Noch verletzlich.
Aber ich wachse,
weil ich weiß,
wohin ich will –
ohne zu wissen,
woher ich komme.
Plötzlich ist da Licht.
Nicht viel.
Aber genug,
um mich selbst zu sehen.
Ich bin nicht mehr nur Impuls.
Nicht mehr nur Trieb.
Ich habe Form.
Gestalt.
Ein erstes Gesicht.
Noch bin ich klein –
doch etwas in mir
weiß um das Ganze.
Ich bin nicht allein.
Neben mir andere.
Unzählige.
Jeder anders.
Jeder eigen.
Und doch –
wir atmen gemeinsam.
Der Wind streicht über mich –
wie ein erstes Wort.
Und ich beginne,
zu antworten.
Ich breite mich aus.
Werde Fläche.
Werde Empfang.
Licht fällt auf mich –
und ich beginne, es zu wandeln.
Nicht in Worte.
Nicht in Wissen.
Sondern in Leben.
Ich nehme auf.
Was da ist.
Was mir begegnet.
Ich lerne,
zu filtern –
zu verwandeln –
zu wählen.
Die Welt strömt durch mich hindurch.
Nicht alles bleibt.
Aber alles wirkt.
Ich erkenne:
Ich bin offen.
Und das ist kein Fehler –
es ist meine Kraft.
Ich halte nichts mehr zurück.
Kein Licht.
Kein Duft.
Kein Sehnen.
Ich bin nicht mehr auf dem Weg –
ich bin der Weg.
Kein Ziel zieht mich.
Ich werde gezogen
vom Innersten.
Nicht zur Schau.
Sondern als Ausdruck.
Ich blühe nicht,
um gesehen zu werden.
Ich blühe,
weil ich es bin.