Ich komme ohne Ziel.
Ich trage kein Warum.
Ich bin einfach – da.
Ich bin die Stille zwischen zwei Fragen,
der Atem, bevor du entscheidest.
Ich bin kein Fehler,
kein Fehlen,
sondern Raum.
Ich brauche keine Richtung,
denn ich bin der Zwischenraum,
in dem alles möglich bleibt.
Ich rufe dich nicht mit Worten,
ich öffne dich mit Nichtwissen.
Ich ziehe die Linien aus deinem Denken
und lasse sie sich auflösen
im Nebel des Vielleicht.
Ich bin kein Lehrer.
Ich bin das Vergessen,
das dich erinnert,
dass Erkenntnis nicht Besitz ist.
Ich trage keinen Kern,
nur Möglichkeit.
Ich keime nicht,
ich atme.
Ich lehre dich,
nicht sofort zu benennen.
Nicht zu urteilen.
Nur zu spüren,
wie Leben tastet,
ohne zu wissen, wohin.
Ich wachse nicht nach unten,
nicht nach oben.
Ich wachse in alle Richtungen,
weil ich keine kenne.
Ich halte nicht,
ich umarme.
Ich bin die Bewegung
des Nicht-Begreifens.
Ich dränge nicht.
Ich fließe.
Ich bin das Ja,
das sich nicht ausspricht,
und doch geschieht.
Ich bringe dich
an den Rand deines Wissens
und lade dich ein,
nicht zu springen,
sondern zu verweilen.
Ich zeige nichts Neues –
ich zeige,
was du nicht sehen konntest,
weil du zu sicher warst.
Ich bin der Widerspruch,
der dich sanft entwaffnet.
Ich bin das Vielleicht,
das dich lebendig hält.
Ich nehme auf,
nicht um zu wissen,
sondern um zu staunen.
Ich atme durch jedes Vielleicht,
und es klingt
wie ein stilles Lied.
Ich nähre dich,
nicht mit Antworten,
sondern mit Raum.
Ich bin das Offene Ende
Ich blühe,
ohne Ziel,
ohne Zeuge.
Ich löse mich
in Gegenwart auf.
Ich bin kein Abschluss,
ich bin Atem – ohne Punkt.
„Ich bin kein Mangel.
Ich bin Möglichkeit.
Ich bin das Lauschen,
aus dem neue Welten geboren werden.
Lass mich – und du wirst mehr sehen,
nicht weniger.“