Ich bin kein Frost,
ich bin Erinnerung an Ruhe.
Ich bin die Pause,
in der das Leben sich selbst zuhört.
Ich bin keine Kälte, die tötet –
ich bin das Schweigen,
das alles Unwesentliche fallen lässt.
Ich bin der Raum,
in dem die Welt still genug wird,
um sich zu verstehen.
Ich bin das Knacken im Eis,
das erste Zittern im Boden.
Ich wache nicht auf –
ich erinnere mich,
dass ich nie geschlafen habe.
Mein Atem wird Dampf,
mein Schweigen wird Klang.
Ich öffne die Welt,
indem ich sie weich werden lasse.
„Ich lehre dich,
dass Wärme nicht vom Feuer kommt –
sondern vom Erlauben.“
Ich halte die Sonne im Gleichgewicht.
Ich schmelze nicht,
ich verwandle.
Ich bin das klare Wasser
unter der flirrenden Luft,
die Stille zwischen den Pulsen.
Wenn du zu hell wirst,
rufe mich.
Ich erinnere dich an Schatten,
die nicht bedrohlich sind.
„Ich lehre dich,
dass Balance nicht entsteht,
indem man alles erhellt –
sondern indem man Dunkelheit achtet.“
Ich ziehe das Leben zurück in Tiefe.
Nicht um zu nehmen,
sondern um zu bewahren.
Ich falte Bewegung in Erinnerung,
Wärme in Nachklang.
Ich bin das Glas über dem Feuer,
das Form bewahrt,
wo sonst nur Glut bliebe.
„Ich lehre dich,
dass Reife Stille braucht –
und dass jedes Ende
ein stilles Aufbewahren ist.“
Ich bewege nichts.
Ich halte alles.
Ich bin das Weiß zwischen den Dingen,
in dem Bedeutung ruht.
Ich bin keine Leere,
ich bin das klare Feld,
in dem jeder Impuls seine Spur hinterlässt
und wieder vergeht.
„Ich lehre dich,
dass Ewigkeit nicht endlos ist –
sondern zeitlos.“
Nivalis – Das Herz des Schweigens
Ich bin der Spiegel der Ruhe,
der sich nicht zerbricht,
weil er nichts festhält.
Ich bin das Einatmen vor dem Wort,
die Ruhe nach der Welle.
„Ich bin keine Kälte.
Ich bin das klare Jetzt.
Wenn du mich fühlst,
hörst du dich –
wie du wirklich bist.“